Ist grüner Tee gesund? Wirkung und aktueller Forschungsstand im Überblick

Ist grüner Tee gesund? Wirkung und aktueller Forschungsstand im Überblick

Es gibt kaum etwas entspannenderes als eine Tasse grünen Tee. Dank der geringen Menge an Koffein kann grüner Tee auch Abends einen kleinen Kick geben um den Tag produktiv abzuschließen.

Grüner Tee wird aus Camellia sinensis Blättern hergestellt und stammt aus China. Der Unterschied zwischen grünem, schwarzem und Oolong Tee besteht darin, dass die Teeblätter des grünen Tees kürzer welken und oxidieren, wie die des schwarzen und Oolong Tees. Zudem wird grüner Tee wird oft mit Geschmackszusätzen wie Jasminblüten, Orangenschalen und tropischen Trockenfrüchten kombiniert.

Dank der Vielzahl an Geschmacksrichtungen und Sorten, hat sich grüner Tee zu einer der beliebtesten Teesorten Deutschlands entwickelt. Weltweit gehört grüner Tee zu drei beliebtesten Teesorten, wobei insgesamt 1,7 Tonnen grünem Tee pro Jahr produziert werden.

Ist grüner Tee gesund?

Grüner Tee bietet eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen und ist somit weit mehr als nur ein köstliches Getränk. Aus diesem Grund wird grüner Tee seit Jahrhunderten in der traditionellen indischen und chinesischen Medizin eingesetzt.

Im Folgenden werden sieben Auswirkungen von grünen Tee auf die Gesundheit diskutiert.

Herzgesundheit

Herzkrankheiten sind eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jedes Jahr sterben allein in Deutschland hunderttausende Menschen an Herzkrankheiten. Insgesamt sterben rund 25 Prozent der Deutschen Bevölkerung an einer Herzerkrankung, obwohl es sich oftmals um eine vermeidbare Krankheit handelt.

Obgleich grüner Tee sicherlich nicht allein in der Lage ist das Herz zu schützen, kann er einen signifikanten Beitrag leisten.

In einer Studie, in der 1.371 Männer über 40 Jahre befragt wurden, verringerte der regelmäßige Konsum von grünem Tee das Vorhandensein mehrerer wichtiger Marker, die eine Herzkrankheit voraussagen 1. Diese Studie zeigte, dass grüner Tee den Bluthochdruck senken und das schlechte LDL-Cholesterin – ein häufiger Risikofaktor für Herzerkrankungen – reduzieren kann.

In einer noch größeren Studie mit 40.530 Probanden in Japan konnten diese Ergebnisse bestätigt werden. In der in der Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association veröffentlichten Studie fanden die Wissenschaftler heraus, dass Menschen, die regelmäßig mindestens eine Tasse grünen Tee pro Tag konsumierten, mit weitaus niedrigeren Raten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen starben als diejenigen, die weniger als eine Tasse pro Tag konsumierten. Die Forscher empfehlen, zumindest eine Tasse grünen Tees pro Tag anstelle von Kaffee oder Soda zu trinken um die Herzgesundheit zu erhalten 2.

Die im grünen Tee enthaltenen Katechine sind für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt und können helfen freie Radikale einzufangen und oxidativen Stress zu verhindern. Diese entzündungshemmenden Wirkungen helfen, Entzündungen in Blutgefäßen und Arterien zu verringern, den Blutdruck zu senken und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen einschließlich Herzinfarkt zu senken.

Gewichtsabnahme

Fettleibigkeit ist ein ernstes Problem und wird mit fast allen schwerwiegenden Gesundheitsproblemen, einschließlich Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes, in Verbindung gebracht 3.

Eine gute Nachricht ist also, dass Fettleibigkeit vermeidbar ist und weitgehend davon abhängt, was man isst. Grüner Tee kann beim Abnehmen helfe. Grüner Tee enthält eine Aminosäure namens L-Thanin, die hilft, die Aufnahme von Koffein zu verlangsamen. Dies kann zu länger anhaltenden Energieschüben führen und so dabei helfen den Trainingserfolg zu maximieren. Aus diesem Grund sind Nahrungsergänzungsmittel auf grüner Tee-Basis in der Gewichtsabnahmeindustrie sehr beliebt.

In einem Überblick-Artikel aus dem Jahr 2010 argumentiere der Autor dass grüner Tee zur Fettverbrennung beiträgt, indem er den Stoffwechsel des Körpers erhöht 4. Obwohl der Forscher darauf hinwies, dass einige Ethnien für die Fettverbrennende Wirkung des Grünen Tees empfänglicher sind als andere, steht fest, dass grüner Tee prinzipiell das Potenzial hat bei der Fettverbrennung zu helfen. Dies ist auf die im grünen Tee enthaltenen Katechine zurückzuführen. Wenn sie im Blut vorhanden sind, erhöhen Katechine die Fettoxidation und -verbrennung des Körpers 5. Noch wichtiger ist, dass grüner Tee ein gesunder Ersatz für andere kalorienreiche Getränke und Lebensmittel ist. Der Tausch von Soda oder Snacks gegen eine Tasse grünen Tee kann bei der Gewichtsabnahme helfen, indem er die Anzahl der Kalorien, die Sie konsumieren, reduziert.

Knochengesundheit

Mit zunehmendem Alter wird die Knochengesundheit immer mehr zu einem Problem. Die Osteoporose, eine starke Schwächung der Knochen im Körper, ist auf ein Stoffwechselungleichgewicht zurückzuführen, das zu einer langsameren Bildung von neuem Knochengewebe führt. Tierversuche haben gezeigt, dass grüner Tee die Bildung neues Knochengewebes fördern kann. In diesen Tierversuchen zeigten die Knochen eine höhere Knochenmasse, ein höheres Volumen und eine höhere Dicke 6.

Eine weitere Studie zeigte, dass Menschen, die Tee tranken, eine höhere Knochendichte hatten als Menschen, die dies nicht taten 7. Obwohl aufgrund der aktuellen Datenlage noch kein Abschließendes Urteil gefällt werden kann ob grüner Tee tatsächlich die Knochengesundheit verbessert, scheint im Moment alles darauf hinzudeuten.

Sehkraft

Katechine im grünen Tee können helfen, Sie vor Grünem Star und anderen Augenkrankheiten zu schützen. Katechine gehören zu einer Gruppe von Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Lutein und Zeaxanthin, die das empfindliche Gewebe des Auges vor Zellschäden schützen. Katechine werden vom Gewebe des Auges aufgenommen und zur Bekämpfung von Problemen genutzt, die zu Sehstörungen oder sogar Blindheit führen können.

Krebs

Grüner Tee ist seit langem Mittel zur Krebsprävention bekannt. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass der Konsum von mindestens drei Tassen grünem Tee wirksam ist, um Prozesse zu verzögern, die zu Mutationen und Veränderungen in den Zellen führen, die widerum sie zu Krebs führen 8. Dadurch kann der Krebsausbruch um mehrere Jahre verzögert werden. Bisher sind die Studienergebnisse für bestimmten Krebsarten wie Brustkrebs und Prostatakrebs am ausgeprägtesten. Es gibt zudem etliche epidemiologische Hinweise darauf, dass diejenigen Menschen, die grünen Tee trinken, eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, an Krebs zu sterben. Forscher verweisen in diesem Zusammenhang auf das Vorhandensein des Antioxidans Epigallocatechin-Gallat oder EGCG als Hauptakteur hinter der krebsvorbeugenden Wirkung des grünen Tees.9

Nach Angaben des National Cancer Institute haben mehrere Studien und eine Meta-Analyse gezeigt, dass das Trinken von grünem Tee bei der Krebsprävention von Vorteil sein kann, indem er die Auswirkungen von oxidativem Stress reduziert 10.

Gedächtnis

In Tierversuchen verlangsamte der Konsum von grünem Tee durch Mäuse die Gedächtnisregression signifikant. Andere Studien zeigten auch, wie Grüner Tee die räumliche Kognitions- und Lernfähigkeit verbessern konnte 11. Dies deutet darauf hin, dass grüner Tee das Risiko an einer Gedächtnisstörungen wie Alzheimer und Parkinson zu erkranken, senken kann.

Blutzucker

Es kann schwierig sein, den Blutzuckerspiegel auf einem angemessenen Niveau zu halten. Mit dem hohen Anteil an Zucker in unserer heutigen Ernährung ist es einfach, Insulinresistenz und sogar Diabetes zu entwickeln. Grüner Tee kann dem Blut helfen, die glykämischen Belastungen und den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Kurzfristig bedeutet dies ein gleichmäßigeres Energieniveau. Langfristig könnte dies bei der Prävention von Diabetes helfen. In einer in Japan durchgeführten Studie konnten Menschen, die sechs oder mehr Tassen grünen Tee konsumierten, eine atemberaubende 33-prozentige Risikoreduktion bei der Entwicklung von Typ-2-Diabetes feststellen 12. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass grüner Tee eine Präventionsstrategie für Diabetes sein könnte. Obwohl sechs Tassen grüner Tee für einige zu viel sein mögen, sahen die Forscher in diesen Studien ebenfalls Vorteile, wenn nur zwei Tassen grünen Tee pro Tag konsumiert wurden 13.

Zubereitung von grünem Tee

Grüner Tee ist eine sehr beliebte Teesorte und ist in Beutel- und Loseblattform erhältlich. Grüner Tee sollte nicht mit zu heißem Wasser übergossen werden. Im Gegensatz zu schwarzem Tee führen Grünteeblätter, die in Wasser eingeweicht werden, welches über 90°C warm ist, zu einer unangenehm bitteren Geschmack. Stattdessen sollten sie das Wasser zum Kochen bringen und dann vom Herd nehmen. Anschließen sollten Sie das Wasser 45 bis 60 Sekunden ruhen lassen. Auf diesem Weg kann das Wasser abkühlen, sodass es die ideale Temperatur für grünen Tee erreicht, welche zwischen 75°C und 85°C liegt. Alternativ können Sie auch Wasserkocher kaufen, die das Wasser auf einen spezifische Temperatur erwärmen kann.

Fazit und Zusammenfassung

1191 schrieb der japanische Zen-Priester Eisai das Buch „Kissa Yojoki“ (Das Buch des Tees). Dieses Buch beschreibt einen Großteil der Geschichte, Zubereitung und des Anbaus grünen Tees. Interessanterweise beschreibt bereits Eisai, wie das Trinken von grünem Tee lebenswichtigen Organe, einschließlich Herz, Leber und Lunge, positiv beeinflussen kann.

Wir beginnen erst langsam, einige dieser alten Weisheiten durch moderne wissenschaftliche Methoden zu bestätigen. Bevor abschließende Ergebnisse vorliegen, scheint es ein nicht unvernünftig sein, diesem alten Wissen zu folgen und grünen Tee zum Teil der tägliche Routine zu machen.

Grüner Tee ist eine der gesündesten und am besten erforschten Teesorten, hat weniger Koffein als eine Tasse Kaffee und kann eine schützende Wirkung gegen eine Vielzahl von Krankheiten haben. Während das Getränk auch kurzfristig gesundheitliche Vorteile bieten kann, zeigen die meisten Studien, dass ein regelmäßiger Konsum den größten Effekt hat.

  1. https://www.bmj.com/content/310/6981/693 []
  2.  https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/203337 []
  3.  https://www.hsph.harvard.edu/obesity-prevention-source/obesity-consequences/ []
  4. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0031938410000703#! []
  5. https://academic.oup.com/jn/article/139/2/264/4750912 []
  6. https://www-sciencedirect-com.libaccess.lib.mcmaster.ca/science/article/pii/S1043661811000909 []
  7. https://www-tandfonline-com.libaccess.lib.mcmaster.ca/doi/abs/10.1080/07315724.2002.10719187 []
  8. https://iubmb.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/biof.5520130109 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2829848/[]
  9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9591194 []
  10. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022202X15308368 https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/diet/tea-fact-sheet []
  11. https://link-springer-com.libaccess.lib.mcmaster.ca/article/10.1007%2Fs10522-006-9036-8[]
  12. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3689013/ []
  13. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3689013/[]